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Edition der Sprüche

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e077_de-endtlike

Text Übersetzung
1 De endtlike kunst der Alchimye 1 Die ganze Kunst der Alchimie
2 Ys stelen, legen und bedregerye. 2 besteht aus Stehlen, Lügen und Betrügen.
3 Und alltydt feylt ydt umme ein haͤr, 3 Jedes Mal misslingt sie um ein Haar,
4 Dewyle du uplechst dat Suͤlver dar. 4 während du das Silber dafür gibst.
5 Thom lesten ys des Meisters geluͤcke, 5 Am Ende ist es das Glück des Meisters,
6 Ja dat em entbreckt ein stuͤcke. 6 dass es ihm an einer Zutat fehlt.
7 Soͤlckes moth he halen aver veldt, 7 Diese muss er über Land besorgen,
8 Darmit so gifft he dy Verssen geldt. 8 damit gibt er dir Fersengeld.
9 Dartho ys desse kunst gantz getruwe: 9 Nur in einer Hinsicht ist diese Kunst sehr zuverlässig:
10 Uth gudem Suͤlver maket se ruwe. 10 Aus gutem Silber macht sie Reue.
11 Mercke, effte du ock wisslick hapen bist 11 Also sieh dich vor, wenn du auch fest
12 Up geluͤcke, dat nuͤwerle geraden ys, 12 auf das Glück hoffst, das ja niemals eingetroffen ist,
13 Und effte du geloͤvest der warheit gelyck, 13 und wenn du an die bequeme Wahrheit glaubst,
14 Dat dy ein armer schal maken ryck. 14 dass dich ein Armer reich machen wird.
 
Textkritischer Apparat Transkribierte Sprüche

In V. 14 wird die Lesart nach RB, WS₂ bis WS₄, WS₆ und WS₇ mit dem finiten Verb ſchal im Singular für eine Futur-Periphrase (vgl. Mnd. Hwb. III/1, Sp. 116–117; Lasch, § 443) der Lesart in WS₁ und WS₅ mit dem Substantiv ſchalck (›Knecht,Schurke‹, vgl. Mnd. Hwb. III/1, Sp. 43) u. a. deshalb vorgezogen, weil die Modalverb-Periphrase mit ſchal im syntaktisch-semantischen Kontext passender erscheint, zumal in WS₁/WS₅ eine Numerus-Inkongruenz zwischen (dem als Subjekt fungierenden) ein armer ſchalck und dem (dann entsprechend als finit zu bestimmenden) Verb maken vorliegt.

WS₁, WS₂, WS₃, WS₄, WS₅, WS₆, WS₇, RB