Einführung


7. Hinweise zur Benutzung

Die WSRB-Webseite bietet eine Edition der 849 mittelniederdeutschen Sprüche, die die ‚Künstliken Werltspröke‘ (WS) und das ‚Schöne rimbökelin‘ (RB) überliefern. Zudem finden Sie über die Navigationsleiste am oberen Bildschirmrand:

  • die vorliegende kurze Einführung,
  • die Transkription der acht Drucke, synoptisch präsentiert mit dem Digitalisat,
  • die TEI-Daten und
  • einen Link auf die parallel zur Webausgabe, unter einer Open-Access-Lizenz publizierte Buchausgabe im Schwabe-Verlag.

Die Webausgabe ermöglicht des Weiteren eine Verknüpfung zwischen Editions- und Transkriptionstext. Wie Sie die Verknüpfungen und die zahlreichen Such- und Filteroptionen nutzen können, wird im Folgenden kurz beschrieben.

7.1 Edition

7.1.1 Identifier

Jeder edierte Spruch ist eindeutig identifizierbar durch einen Identifier, der in der Web-Edition bei jedem Spruch oben links in blauer Farbe erscheint (z. B. e001_gelyck-unde). Dieser Identifier verweist auf die TEI-Datengrundlage, die sowohl der Webpräsentation als auch der Buchausgabedes WSRB-Corpus zugrunde liegt. Ein Identifier beginn mit dem Projektkürzel wsrb und dem Präfix e. Weiterhin besteht er immer aus einer einmalig vergebenen dreistelligen Nummer (001 bis 849) sowie aus den ersten beiden Wörtern des jeweiligen Incipits. So referiert z. B. e022_du-schalt auf den 22. Spruch in der Datengrundlage, welcher mit den Worten „Du schalt“ beginnt. Die Nummerierung als Teil des Identifiers erlaubt daher auch bei mehreren Sprüchen im Corpus, die mit denselben Wörtern anfangen, stets eine eindeutige Zuordnung.

Mit dem Identifier wird einerseits die Identifikation eines Spruchs in der Buchausgabe und andererseits die Verknüpfung zwischen Edition und Transkription auf der Webseite sichergestellt. In der Buchausgabe, die anders als die Webpräsentation die Sprüche thematisch anordnet, erscheint der Identifier stets als Überschrift eines Spruchs. Um in der Buchausgabe einen Spruch ausgehend vom Identifier schnell aufzufinden, kann man einer Konkordanztabelle im Anhang des Buchs die Zuordnung des Identifiers zu einem Spruch in der dort präsentierten Reihenfolge entnehmen (Buchausgabe).

Durch den einmalig vergebenen Identifier ist jeder edierte Spruch mit allen Texteinheiten in den Transkriptionen der acht Überlieferungsträger verknüpft, die die Editionsgrundlage für diesen Spruch darstellen. Wenn man bei einem edierten Spruch unten rechts („Transkribierte Sprüche“) auf eine der Siglen klickt, gelangt man auf die entsprechende Seite in der Transkription dieses Druckes. Umgekehrt kann man in den Transkriptionen verfahren: Vor jeder Transkriptions-Einheit, die Eingang in die Edition fand, erscheint durch einen Klick auf das Anker-Symbol ein Pop-up, in dem zuerst der Identifier in eingekürzter Form steht (z. B. e001 für e001_gelyck-unde, den ersten Spruch in der Datengrundlage), über den der edierte Spruch verlinkt ist.

7.1.2 Ansicht

Die 849 Sprüche erscheinen in der Webausgabe in der Reihenfolge der Datengrundlage. Bei den ersten 726 Sprüchen (e001_gelyck-unde bis e726_ick-weth) entspricht diese Reihenfolge also der des dafür verwendeten Leitdrucks WS₁ (s. o. 6.2.1 Editionsgrundlage: Leitdruck).

Im Zentrum steht der mittelniederdeutsche Editionstext und rechts daneben die möglichst zeilenentsprechende Übersetzung in gegenwartssprachlicher Prosa (zur Übersetzung vgl. Buchausgabe, Kap. B.3). Eröffnet wird ein editierter Spruch mit dem Identifier oben links, neben dem die Kategorien Äußerungsgestus, Äußerungsintention und Thema festgehalten sind, die für jeden Spruch erfasst wurden und als Filter dienen (s. o. 3. Kategorisierung der Sprüche). Neben den Kategorien wird am oberen rechten Rand ein Buch-Symbol angezeigt: Durch einen Klick auf das Buch-Symbol öffnet sich ein Pop-up, in dem zur weiteren Orientierung und Erschließung nach Möglichkeit für alle Sprüche auf die Edition von Seelmann (Seelmann 1885), auf das Register zur jüngeren Glosse des ‚Reynke‘ von Brandes (Brandes 1891) sowie ggf. auf weitere Überlieferungskontexte verwiesen wird.14 Bei der Übersetzung finden sich (unter „Transkribierte Sprüche“) die diesen Spruch überliefernden Drucke, wobei die erste Angabe immer den jeweiligen Leitdruck bezeichnet (z. B. WS₂ bei e727_wultu-bose). Durch den Button „ein-/ausblenden“ am rechten Rand kann man sich alle Texteinheiten in den Transkriptionen vergleichend anzeigen lassen. Jeder Spruch endet mit einem eindeutigen Zitierlink zu diesem Editionstext sowie mit einem Dokumenten-Symbol: Über das Dokumenten-Symbol gelangt man zur Seite mit den zugehörigen TEI-Daten (vgl. 7.3 Daten / TEI).

An orange hervorgehobenen Stellen im Editionstext kommen Varianten in den anderen Drucken vor, also Umstellungen, Ersatz, Ergänzung oder Auslassung eines Lexems, ein anderer Stammvokal und die Realisierung eines sog. Zischlauts 〈sch〉 gegenüber einem 〈s〉 im Leitdruck (s. o. 6.2.3 Umgang mit Varianten). Die abweichenden Lesarten erscheinen in einem Pop-up, wenn man auf den orange hervorgehobenen Text klickt: Hinter der transkribierten Text-Variante steht der bzw. die entsprechende(n) Überlieferungsträger, wobei jede Lesarten-Angabe mit der Texteinheit in der Transkription verlinkt ist.

Gelegentlich gibt es links unter einem Editionstext einen textkritischen Apparat. Dieser enthält Anmerkungen, die meist auf eine eigens edierte Spruch-Variante innerhalb der Sammlung hinweisen, und notiert Paratexte wie die Überschriften, welche den Sprüchen gelegentlich beigeordnet sind. Zudem werden hier die sehr seltenen Eingriffe in die Textgestalt eines Leitdrucks bei Bedarf kommentiert (s. o. 6.2.2 Umgang mit dem Leitdruck).

7.1.3 Suche und Filter

In der Edition stehen Ihnen links am Rand verschiedene Such- und Filteroptionen zur Verfügung, über die man das Corpus der 849 edierten Sprüche auswerten kann. Die Suche und die Filter lassen sich frei miteinander kombinieren. Alle Sprüche, die zur Sucheingabe bzw. Filterung passen, werden in der Reihenfolge der Datengrundlage angezeigt. Über das Papierkorb-Symbol (neben "Filter") kann man alle Such- und Filtereingaben zugleich wieder entfernen. Für das Öffnen eines bestimmten Editionstextes können Sie auch direkt die Kurzform des Identifiers („e001“ bis „e849“) in das Suchfeld eingeben.

7.1.3.1 Suche

Die Suche kann man im Text der edierten mittelniederdeutschen Sprüche, in der Übersetzung oder in den Apparaten durchführen. Beim „Text“-Feld ist die Suche auf die normalisierten Editionstexte beschränkt (vgl. 6.2.2 Umgang mit dem Leitdruck). Wenn man hingegen nach einer nicht normalisierten Lesart suchen möchte, die in Auswahl in die Lesarten-Apparate (Pop-up) aufgenommen worden sind (vgl. 6.2.3 Umgang mit Varianten), lässt sich diese über das Feld „Apparate“ finden; Letzteres erlaubt auch die Suche in den textkritischen Anmerkungen.

Über das Tastatur-Symbol lassen sich die im mittelniederdeutschen Spruchcorpus vorkommenden Sonderzeichen einfügen, etwa Grapheme mit Superskripta oder Ligaturen. Die Suchfunktion ist aber weitestgehend abweichungstolerant eingerichtet, d. h. anstelle der dort auswählbaren Sonderzeichen kann man auch die Standardtastatur nutzen: Für die Ligaturen æ und œ können Sie „ae“ und „oe“ eingeben, für die Superscripta auch das Superscriptum hinter dem entsprechenden Vokal (z. B. für auch „oe“) und für ein ſ auch ein rundes „s“.

Ebenso ist die Suchfunktion bezüglich der Groß- und Kleinschreibung abweichungstolerant; sie ignoriert aber nicht die Getrennt- und Zusammenschreibung. Sie finden also beispielsweise Sprüche, in denen Narren kappe vorkommt, wenn Sie „Narren kappe“, „Narren Kappe“ oder „narren kappe“ suchen; geben Sie hingegen „narrenkappe“ oder „Narrenkappe“ ein, erhalten Sie keine Treffer mit Getrenntschreibung. In solchen Fällen empfiehlt sich (neben der Suche über das Feld „Übersetzung“) besonders die Eingabe eines Platzhalters:

An jeder Stelle in einem Suchausdruck lässt sich der Platzhalter „*“ für beliebig viele Zeichen und „?“ für genau ein Zeichen verwenden. Noch unschärfere Suchergebnisse erhalten Sie mit dem Gebrauch von „~“, gefolgt von einer Zahl, die angibt, um wie viele Grapheme von der Eingabe die Ergebnisse divergieren dürfen: „torn~1“ findet dementsprechend Sprüche mit den Wörtern torn, torne, torns, thorn, dorn, korn, horn.
Ein Spatium im Sucheingabefeld verknüpft die beiden umgebenden Ausdrücke mit einem UND auf der Ebene der gesamten Spruchtexte so ergibt die Suche „torn saken“ genau ein Ergebnis, nämlich e786_sote-rede, in dem Torn in V. 1 und saken in V. 12 stehen). Um mehrere aufeinander folgende Wörter zu finden, müssen diese in doppelte Anführungszeichen eingeschlossen sein. Für den Ausschluss eines Suchterms in einem Text muss jenem dagegen ein „-“ vorangestellt werden.

7.1.3.2 Filter

Unter dem Suchfeld finden sich mehrere Filteroptionen, die Sie frei miteinander (und mit der Suche) kombinieren können. Dahinter erscheint jeweils die Anzahl der edierten Sprüche, auf die die Eingrenzung zutrifft. Als Filter stehen die drei bei jedem edierten Spruch oben rechts festgehaltenen Kategorien Äußerungsgestus, Äußerungsintention und Thema zur Verfügung. Die Auswahl eines Themas erlaubt zudem die Anzeige der edierten Sprüche in der Reihenfolge, wie sie in der Buchausgabe zu diesem Thema begegnet. Des Weiteren lassen sich die edierten Sprüche nach der Anzahl ihrer Verse und nach den Transkriptionen der Drucke filtern, in denen dieser Spruch vorkommt. So kann man sich z. B. nur alle Sprüche mit einem Umfang von zehn Versen anzeigen lassen oder nur solche Sprüche, die WS₇ überliefert. Wenn man beim Transkriptions-Filter mehrere Transkriptionen auswählt, ergibt sich eine Eingrenzung auf Sprüche, für die sich Editionsgrundlagen in allen diesen Trankriptionen finden lassen.

7.2 Transkription

Im Menüpunkt „Transkriptionen“ werden die Transkriptionen aller acht Überlieferungsträger bereitgestellt. Synoptisch erscheint die entsprechende Seite in der digitalen Reproduktion des jeweiligen Drucks. Über jeder Seite gibt es eine Navigationsleiste mit Pfeilen zum digitalen Blättern, einem Button zum Öffnen des Digitalisats und einem Dokumenten-Symbol, über das Sie zu den TEI-Daten gelangen. Durchsuchen können Sie die Transkriptionen mit den üblichen Browser-Suchfunktionen.

Vor jeder Texteinheit in den Transkriptionen, die Eingang in die Edition fand, wird Ihnen ein Anker-Symbol angezeigt. Durch Klick auf das Anker-Symbol öffnet sich ein Pop-up, das drei Informationen enthält: Zuerst wird die verknüpfte Editionseinheit (durch den eingekürzten Identifier) angegeben, dann ist ein Link zu den TEI-Daten eingebunden und zuletzt wird ein Zitierlink für die ausgewählte Transkriptions-Texteinheit genannt.

7.3 Daten / TEI

Über den Menüpunkt „Daten / TEI“ am oberen Bildschirmrand haben Sie die Möglichkeit zur Ansicht und/oder zum Download der Datengrundlage. Sie können hier sowohl eine Gesamtauswahl aller Daten wählen als auch bestimmte Teile der Datengrundlage (die Editionsdatei, eine der acht Transkriptionsdateien oder die Dokumentation).

7.4 Buchausgabe

Parallel zur Web-Ausgabe ist eine Buchausgabe in der Reihe „Mittelniederdeutsche Bibliothek“ (herausgegeben von Andreas Bieberstedt, Jörn Bockmann, Franz-Josef Holznagel und Ingrid Schröder) im Schwabe-Verlag erschienen:

Franz-Josef Holznagel, Annika Bostelmann, Doreen Brandt, Hellmut Braun und Anne Gessing (Hg.)
Künstlike Werltspröke und Eyn schön rimbökelin.
Mittelniederdeutsche Spruchsammlungen des 16. Jahrhunderts.
Berlin 2025 (Mittelniederdeutsche Bibliothek 1).

ISBN 978-3-7574-0011-8 (Druck)
DOI 10.31267/978-3-7574-0148-1 (E-Book)

Als E-Book lässt sich diese kostenfrei auf der Verlagsseite herunterladen. Die Buchausgabe hat dieselbe Datengrundlage wie die Web-Edition, sie bietet aber eine thematische Reihung der edierten Sprüche und insbesondere eine deutlich ausführlichere Einleitung zur überlieferungs-, literatur- und forschungsgeschichtlichen Verortung.


14 Bezüglich der weiteren Überlieferungskontexte wurde auf Basis der nachweisbaren Vorlagen bzw. Parallelüberlieferungen eine Auswahl getroffen; systematische Hinweise erfolgen auf:
  • den Rostocker Druck des ‚Reynke vosz de olde‘ (RV 1539) bzw. die darin abgedruckten Marginal- und Kapitelglossen,
  • Schröders Ausgabe des Rostocker ‚Narrenschiff‘-Drucks von 1519 (Schröder 1892),
  • das Handbuch Minnereden von Klingner und Lieb (Klingner / Lieb 2013) sowie
  • Seelmanns Ausgabe der Vogelparlamente (Seelmann 1888, Vogelparlamente).