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Übersetzung |
| 1 |
Och, du
arme Beersoth, |
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1 |
Ach, du armseliger Bier-Narr, |
| 2 |
Wo kuͤstu dynen Bueck vor einen Affgodt! |
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2 |
wie wählst du dir deinen Bauch zum Abgott! |
| 3 |
Wultu des nicht vortyen, |
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3 |
Willst du darauf nicht verzichten, |
| 4 |
Welcker Knuͤwel wil
na dy fryen? |
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4 |
welcher grobe Kerl will um dich werben? |
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Textkritischer Apparat
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Transkribierte Sprüche |
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In V. 4 handelt es sich in WS₁, WS₅ und RB vermutlich
um einen Setzfehler bei der Wortform Knuͤmel:
Die Typen für ⟨m⟩ und ⟨w⟩ könnten aufgrund ihrer Ähnlichkeit verwechselt
worden sein. Die angenommene Form Knuͤwel ist eine Bezeichnung für den ›Teufel‹
(vgl. Mnd. Hwb. II/1, Sp. 604,
s. v. knüvel mit Verweis auf düvel)
bzw. für einen ›groben, plumpen Kerl‹ (ausgehend von mnd. knevel,
vgl. Mnd. Hwb. II/1, Sp. 597;
vgl. auch frnhd. knebel, vereinzelt: knöbel, unter
https://fwb-online.de/go/knebel.s.0m_1646327674).
Offenbar stieß der Ausdruck Welcker Knuͤmel bei dem WS₂-Redaktor auf Missfallen
oder Unverständnis, denn er verwendete stattdessen das Interrogativpronomen wol.
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