| Text |
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Übersetzung |
| 1 |
Wem de Sackpipe froͤwde und kortwile gifft, |
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1 |
Wem die Sackpfeife zur Freude und Unterhaltung dient |
| 2 |
Luten
und Harpen und lere
der Schrifft |
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2 |
und wer Lauten und Harfen und die Lehre der Heiligen Schrift |
| 3 |
Vorachtet he und van sick
| ſchrifft |
WS₁, WS₅ |
| ſchryfft |
RB |
| Vorachtet / vnd de van ſick drifft |
WS₂, WS₃, WS₆, WS₇ |
| Vorachtet / vnd de van ſick dryfft |
WS₄ |
drifft, |
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3 |
verachtet und von sich weist, |
| 4 |
Desulve ein
Narre wol stedes blifft. |
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4 |
der bleibt wohl immer ein Narr. |
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Textkritischer Apparat
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Transkribierte Sprüche |
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In V. 2 wird die Lesart nach WS₂ bis WS₄, WS₆ und WS₇
mit dem Artikel der im Genitiv vor dem Femininum Schrifft dem de
in WS₁, WS₅ und RB vorgezogen, da es sich wohl um ein nachgestelltes
Genitivattribut zu lere handelt.
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In V. 3 basiert die Lesart in WS₁, WS₅ und RB evtl. auf
einem Augensprung (V. 2 endet ebenfalls mit dem Wort Schrifft).
Hier jedoch eine finite Form vom Verb schrîven anzunehmen (van sik schrîven
›von sich geben‹; vgl. Mnd. Hwb. III/1, Sp. 147),
erscheint im semantisch-syntaktischen Kontext wenig sinnvoll.
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