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Transkription
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Edition der Sprüche

Trefferzahl: 1


e842_der-dudtschen

Text Übersetzung
1 Der Duͤdtschen loff was hoch by werdt, 1 Das Ansehen der Deutschen stand hoch im Wert,
2 Do se woͤrden so hoch geerdt 2 als sie so hoch geehrt wurden
3 Und vorwoͤrven yo groten Roem, 3 und wahrlich großen Ruhm erwarben,
4 Dat men ene gaff dat Keyserdom. 4 dass man ihnen das Kaisertum verlieh.
5 Averst de Duͤdtschen don nu flyth under sick 5 Aber die Deutschen beschäftigen sich nun nur miteinander
6 Und vornichten suͤlven er egen Rick. 6 und vernichten selbst ihr eigenes Reich.
7 »Se scholden up de unchrysten slaen«, 7 »Sie sollen auf die Nicht-Christen einschlagen«,
8 So sprickt nu de gemene Man, 8 so spricht nun der gemeine Mann,
9 »Se boͤten yo up der Werlde plycht«; 9 »auf diese Weise erfüllten sie die Pflicht der Welt«;
10 Dat men dyt sprickt, dat mercken de Herrn nicht. 10 dass man dies spricht, merken die Herren nicht.
11 Doͤrch Godt, gy Foͤrsten, seeth dyt an, 11 Ihr Fürsten, seht euch um Gottes Willen an,
12 Wat schade thom lesten hyr uth mach ghan. 12 welch Schaden hieraus zuletzt entstehen kann.
13 Warlick, nu up den voͤten yst 13 Wahrlich, auf den Füßen ist nun
14 De Cerastes unde Baselyst, 14 der Kerastes und der Baselisk,
15 Mennich vorgyfftet suͤlven sick; 15 mancher vergiftet sich selbst;
16 Dyt voͤrgesechte schadet dem Roͤmschen Rick. 16 das Erwähnte schadet dem Römischen Reich.
17 Overst, gy Heren, Koͤnynge und Lande, 17 Aber, ihr Herren, Könige und Länder,
18 Stedet doch nicht suͤlcke schande! 18 duldet doch solche Schande nicht!
19 Wyllet dem Roͤmschen Rike bystan, 19 Wollt ihr dem Römischen Reich beistehen,
20 So mach dat Schip wedder upgericht gaen. 20 dann kann das Schiff wieder aufgerichtet fahren.
21 Gy hebben twar eynen Koͤninck mylde, 21 Ihr habt zwar einen freigiebigen König,
22 De yuw wol voͤret myt Ridders schilde, 22 der euch gut mit dem Ritterschild führt,
23 De dwyngen mach yuwe Vyende gemeyn. 23 der all eure Feinde bezwingen kann.
24 Wen gy em helpen wyllen alleyn: 24 Wenn ihr nur ihm helfen wollt:
25 Karolus, de Voͤrste eddel, yn doͤgeden schone, 25 Karl, der edle Fürst, tugendreich und schön,
26 Wol werdich ys der Roͤmschen krone. 26 ist der Römischen Krone äußerst würdig.
27 Wylle gy em doen rechtlyken bystandt, 27 Wollt ihr ihm rechtmäßigen Beistand leisten,
28 Ehm wert ane twyvel dat geloͤvede Landt, 28 wird ihm ohne Zweifel das gelobte Land,
29 De hyllge erde und dat hyllge Graff 29 die heilige Erde und das heilige Grab zuteilwerden
30 Und slan de Vyende Gades dar aff. 30 und er wird dort die Feinde Gottes schlagen.
31 Alle Dage mach he en neger gaen, 31 Jeden Tag kann er ihnen näher kommen,
32 Wen syn Love vast an yuw mach stan. 32 wenn sein fester Glaube an euch bestehen bleiben kann.
33 Werpet van yuw soͤlcken hoen und spot; 33 Werft von euch solchen Hohn und Spott;
34 Vaken klenes Heres underwyndt sick Godt. 34 oftmals bedient sich Gott eines kleinen Heeres.
35 Staet up und waket van dem droem! 35 Steht auf und erwacht aus dem Traum!
36 Warliken, de Exe steyt an dem Boem. 36 Wahrlich, die Axt steht am Baum.
37 Ach Godt, gyff unsen hoͤveden yn, 37 Ach Gott, gib unseren Häuptern ein,
38 Dat se soͤken de Ere dyn, 38 dass sie deine Ehre suchen,
39 De Hoͤvede – dat synt de Heren gemeyn –, 39 den Häuptern – das sind all die Herren –,
40 Dat de nicht soͤken egen nuth alleyn. 40 damit sie nicht nur den Eigennutz erstreben.
41 Vorwar, ydt ys nu gestalt, 41 Fürwahr, es ist nun dergestalt,
42 Dat Christus suͤlven de wacht halt – 42 dass Christus selbst die Wache hält –
43 Der Chrysten Schyp gynge gantz tho grunde, 43 das Schiff der Christen ginge völlig zugrunde,
44 Wen nycht de HERR uns suͤlven bystuͤnde. 44 wenn nicht der Herr selbst uns beistünde.
45 Daruͤmme gy, de na yuwem staet 45 Darum sollt ihr euch, die Gott eurem Stand gemäß
46 Godt tho HEREN utherwelet haet, 46 als Herren auserwählt hat,
47 Synt dat Herschop an yuw ys, 47 seitdem Herrschaft euch zuteilwurde,
48 Gy moͤten tho voren an de spyß. 48 an die Spitze stellen.
49 Wyl gy heten Gnedyge Here, 49 Wollt ihr gnädige Herren heißen,
50 Bewyset dat ock myt Chrystliker Ere! 50 beweist das auch mit christlicher Ehre!
51 Doet, dat yuw getemet na yuwem grade, 51 Handelt so, wie es eurem Stand geziemt,
52 Dat nu nicht groͤtter werde de schade! 52 damit der Schaden jetzt nicht größer wird!
53 Idt lecht sick seker sorchlick an, 53 Es entwickelt sich gewiss zu etwas Bedrohlichem,
54 Dat betrachte eyn yslick Eddel Man. 54 dies möge ein jeder adlige Mann betrachten.
55 Wyl gy der Narrenkappen yuw nicht schamen, 55 Wollt ihr euch nicht der Narrenkappen schämen,
56 Myt Eddeler Daedt beschermet yuwen Namen! 56 dann beschützt euren Namen mit edler Tat!
57 De nicht an duͤsse myne woͤrde gedenckt, 57 Wer nicht an diese meine Worte denkt,
58 Der Narrenkappen de an sick henckt. 58 der hängt sich die Narrenkappe um.
 
Transkribierte Sprüche
RB