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Äußerungsgestus
1
Äußerungsintention
1
Thema
1
Verszahl
1
Transkription
1

Edition der Sprüche

Trefferzahl: 1


e843_de-alle

Text Übersetzung
1 De alle Dage dar sere up denckt, 1 Wer jeden Tag sehr darauf achtet,
2 Dat he vele Gaven hefft vorschenckt, 2 dass er viele Gaben verschenkt hat,
3 De wert myt unnuͤtten sorgen dwengt 3 der wird von unnützen Sorgen bedrückt
4 Und ys myt der Narrenkappen behengt. 4 und dem wird die Narrenkappe umgehängt.
5 De ys eyn Narre, dede vorgyfft eyn gudt 5 Der ist ein Narr, der Besitz verschenkt
6 Und gyfft dat nicht myt fryem modt 6 und das nicht bereitwillig tut
7 Und darto sur und oͤvel suͤth, 7 und dabei sauer und missmutig aussieht,
8 Dat em nicht leves dar van geschuͤth. 8 weil ihm nichts Angenehmes daraus erwächst.
9 Also ys ock, de umme Godt wat deyt, 9 So ist es auch bei dem, der etwas für Gott tut,
10 Dat em na ruwet und wert em leyth, 10 das er danach bedauert und bereut,
11 Und menet, Godt schoͤlle em laten werden 11 und meint, Gott solle ihm dafür eine
12 Wedder Loen dar vor hyr up erden, 12 Rückerstattung hier auf Erden zukommen lassen,
13 Und he myt wyllen dat nicht affbeydt, 13 und bewusst nicht abwartet,
14 Dat Godt em lone myt salicheyt. 14 dass Gott ihn mit Seligkeit belohnt.
15 De myt eren wat vorschencken wyl, 15 Wer ehrbar etwas verschenken will,
16 De lache und sy eyn froͤlick gesell 16 der lache und sei ein fröhlicher Mensch
17 Und spreke nicht: »twar, ick do ydt ungern«, 17 und spreche nicht: »Freilich, ich tu es ungern«,
18 Wyl he nicht danck und Loen entberen. 18 will er nicht des Dankes und Lohnes entbehren.
19 De nicht froͤlyken geven kan, 19 Wer nicht unbeschwert geben kann,
20 Des Gave suͤth ock Godt nicht an. 20 dessen Geschenk erkennt auch Gott nicht an.
21 De gave eynem gantz wol anstaet, 21 Die Gabe steht einem sehr gut zu Gesicht,
22 De uth gantz fryem herten gaet: 22 die von völlig freiem Herzen kommt:
23 Godt hefft dat loen dar voͤr bereyt, 23 Gott hat den Lohn für den bereitet,
24 De hyr gyfft ychtes uth myldicheyt. 24 der hier etwas aus Freigiebigkeit gibt.
25 De ock vorwyt, wat he eynem gyfft, 25 Wer auch tadelt, was er einem gibt,
26 De ys eyn Narre, ock wor he blyfft. 26 der ist ein Narr, wo auch immer er ist.
27 De ock wat hefft vorschencket tovorn 27 Wer vorher ebenso etwas verschenkt
28 Und hefft beyde, Gave und Danck, vorlorn 28 und beides, Geschenk und Dank, verloren hat
29 – Dat ys eyn Teken, all wo ydt geyt, 29 – das ist ein Zeichen, wie auch immer es zustande kommt,
30 Dat he ydt hefft an Narren geleyt –, 30 dass er es einem Narren überlassen hat –,
31 De ys eyn Narre, eyn Dor und eyn Geck: 31 der ist ein Narr, ein Tor und ein Geck:
32 Na ruwe valt gern yn den Dreck! 32 Vor Reue fällt er gern in den Dreck!
 
Transkribierte Sprüche
RB